Leitfaden für die Auswahl von Pflanzkartoffeln

Auf welche Kennzahlen sollte man beim Einkauf von Kartoffelpflanzgut besonders achten?Sorten, Knospen, Krankheiten und Beurteilung der Größe

Großanbauer, Saatkartoffelhändler sowie Kartoffelverarbeitungsbetriebe und landwirtschaftliche Betriebe sollten beim Einkauf von Saatkartoffeln nicht nur auf den Preis achten, sondern vor allem auch auf Sorte, Güteklasse, Keimaugen, Krankheitsbefall, Größe und Quarantänebescheinigung. Wirklich gutes Pflanzgut sollte bereits an der Quelle das Risiko von Degeneration, Ausfällen, Krankheiten und Ertragsverlusten in der späteren Anbauphase minimieren.

VielfaltSortenanpassung
GesundheitKrankheitsbekämpfung
Technische DatenStabile Spezifikationen
SorteLegen Sie zunächst den Verwendungszweck fest und prüfen Sie dann, ob die Sorte dafür geeignet ist.
StufeUrursprungssorten, Ursprungssorten und Handelssorten dürfen nicht verwechselt werden
KeimaugeBeurteilung der Fülle, Verteilung und Keimkraft der Keime
QuarantäneBerichte und Nachweise sind wichtiger als mündliche Zusagen

Auf welche Kriterien sollte man beim Kauf von Kartoffelpflanzgut besonders achten? Wie lassen sich Sorte, Keimaul, Krankheitsbefall und Größe beurteilen?

Großanbauer, Saatkartoffelhändler sowie Kartoffelverarbeitungsbetriebe und landwirtschaftliche Betriebe sollten beim Einkauf von Saatkartoffeln nicht nur auf den Preis und das Aussehen achten. Die häufigsten Probleme bei der Beschaffung von Rohstoffen, mit denen alle Einkäufer konfrontiert sind, lassen sich oft auf einen Punkt zurückführen: Umgekehrt kann der Kauf von krankem, degeneriertem oder aus unsachgemäßer Herkunft stammendem minderwertigem Pflanzgut im mildesten Fall zu fehlenden Keimlingen und Ertragseinbußen führen, im schlimmsten Fall sogar zu Ertragsausfällen auf der gesamten Anbaufläche oder einem Totalausfall der Ernte.

Wie beurteilt man nun eigentlich Pflanzkartoffeln? Auf welche Kriterien sollte man beim Einkauf besonders achten? In diesem Artikel haben wir auf der Grundlage praktischer Erfahrungen aus dem Feld und der Lagerung einen praktischen Leitfaden für die Kaufentscheidung zusammengestellt, der von der Sorte über die Größe, die Keimaulchen und Krankheiten bis hin zu den Quarantänebescheinigungen reicht.

I. Die Sorte auswählen: Zunächst sollte man sich klar machen, “wofür man die Pflanze anbauen will”

Bei der Auswahl von Pflanzkartoffeln sollte man nicht zuerst auf das Aussehen achten, sondern sich zunächst über den Verwendungszweck und die Absatzmöglichkeiten im Klaren sein, um die Auswahl “an den Bedarf anzupassen”.

  • Verwendung als Frischgemüse:Bevorzugt werden Sorten mit gleichmäßiger Knollenform, flachen Keimaugen, gutem Geschmack und hoher Markttauglichkeit.
  • Verarbeitung von Grundnahrungsmitteln sowie Pommes frites und Kartoffelchips:Eine speziell für die Verarbeitung gezüchtete Sorte, bei der Wert auf gleichmäßige Knollengröße, einen geringen Gehalt an reduzierenden Zuckern und einen angemessenen Trockensubstanzgehalt gelegt wird.
  • Verarbeitung von Rohstoffen wie Stärke und Vollkornmehl:Der Schwerpunkt sollte auf stärkehaltigen Sorten mit hohem Stärkegehalt und hoher Mehlausbeute liegen.

Gleichzeitig sollte man die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigen und unter Berücksichtigung des lokalen Klimas, der Bodenbeschaffenheit, der frostfreien Periode sowie der Verbreitung von Pflanzenkrankheiten anpassungsfähige, krankheitsresistente und in Versuchen bewährte, zugelassene Sorten auswählen. Man sollte es unbedingt vermeiden, blindlings dem Trend zu folgen und neue Sorten einzuführen, die sich nicht an die örtlichen Bedingungen anpassen.

II. Unterscheidung der Klassen: Achten Sie darauf, nicht versehentlich „Ur-Ur-Sorte“ statt „Ur-Sorte“ zu kaufen

Vor dem Kauf sollten Sie sich über die Güteklasse und die Generation der Pflanzkartoffeln im Klaren sein, da dies direkten Einfluss auf den Grad der Virenfreiheit und den Preis hat.

  • Ursprüngliche Sorte:Sie werden in der Regel direkt aus virusfreien Gewebekulturpflanzen hergestellt, weisen einen hohen Grad an Virusfreiheit, die höchste Qualitätsstufe und die beste Reinheit auf, sind jedoch auch relativ teuer und werden meist als Ausgangsmaterial für die Vermehrung von Pflanzkartoffeln verwendet.
  • Urform:Es wurde aus dem ursprünglichen Ausgangsmaterial unter guten Isolationsbedingungen gezüchtet, weist einen hohen Reinheits- und Gesundheitsgrad auf, ist wenig anfällig für Krankheiten und birgt ein geringes Degradationsrisiko, sodass es eine zuverlässige Wahl für den Einsatz als Saatgut im Freilandanbau darstellt.

Hinweis zur Beschaffung:Je höher die Qualitätsstufe, desto höher sind in der Regel der Grad der Virenfreiheit und die Kosten. Es wird empfohlen, die Auswahl entsprechend der eigenen Anbaufläche und dem Verwendungszweck zu treffen, um sowohl die Gesundheit der Pflanzkartoffeln zu gewährleisten als auch die Kosten im Blick zu behalten. Man sollte sich nicht nur fragen: “Wo kann man sie günstig kaufen?”, sondern vor allem: “Werden sie nach dem Kauf zuverlässig keimen und zu Ertragssteigerungen führen?”

3. Prüfung der Spezifikationen: Größe und Gleichmäßigkeit der Kartoffelstücke

Die Größe der Kartoffelstücke mag auf den ersten Blick unbedeutend erscheinen, hat jedoch direkten Einfluss auf die Aussaateffizienz und die Qualität der Keimung.

  • Die ideale Größe ist:Im Allgemeinen sind einzelne Kartoffeln mit einem Gewicht von 30 bis 50 Gramm am besten geeignet. Sind sie zu groß, müssen sie in Stücke geschnitten werden, was Verschwendung bedeutet und die Gefahr einer Keimbildung erhöht; sind sie zu klein, enthalten sie zu wenige Nährstoffe, was zu schwachen Keimlingen führt.
  • Einheitliche Spezifikationen:Die gleichmäßig großen Pflanzkartoffeln werden in einheitlicher Tiefe ausgesät, sodass die Keimlinge gleichmäßig aus dem Boden sprießen, was die maschinelle Bearbeitung und die spätere Pflege erleichtert.
  • Die Stücke sollten gleichmäßig geschnitten sein:Kleine Kartoffeln können direkt ausgesät werden; große Kartoffeln sollten, falls sie in Stücke geschnitten werden müssen, jeweils eine Keimaugen aufweisen und gleichmäßig groß sein.

IV. Überprüfung der Keimaugen und des Keimverhaltens

Die Keimaugen sind der “Wachstumschalter” der Kartoffel und müssen beim Einkauf sorgfältig geprüft werden.

  • Die Keimaugen sind prall und gleichmäßig verteilt:Dies zeigt, dass die Pflanzkartoffeln eine gute Keimkraft haben und die Keimung im späteren Verlauf gleichmäßiger verläuft.
  • Die Triebe sind kräftig, kurz und gesund, die Farbe ist normal:Wenn die Keime bereits lang und weiß sind, dünn und übermäßig gewachsen, deutet dies darauf hin, dass die Lagertemperatur zu hoch war, die Pflanzkartoffeln bereits zu stark verbraucht sind und ihre Vitalität nachgelassen hat.
  • Vorsicht vor “falschen Trieben” und “abgestorbenen Trieben”:Wenn die Keimaugen verschrumpelt oder schwarz sind oder gar nicht sprießen, handelt es sich meist um gealterte oder frostgeschädigte Knollen, die nicht gekauft werden dürfen.

V. Das Wichtigste überhaupt: Erkennung von Krankheiten und das Prinzip “Keine kranken Kartoffeln ins Lager”

Die Vorbeugung gegen Pflanzenkrankheiten ist der wichtigste Aspekt beim Einkauf von Pflanzkartoffeln. An dieser Stelle wollen wir uns vor allem auf zwei praktische Aspekte konzentrieren.

I. Wie lässt sich die Qualität von virusfreien Pflanzkartoffeln mit bloßem Auge grob beurteilen?

Erster Tipp: Besichtigen Sie das Pflanzkartoffelfeld vor der Abnahme persönlich vor Ort.Etwa 6–15 Tage vor der Ernte der Pflanzkartoffeln sollten Sie am besten persönlich bei einem Pflanzkartoffelunternehmen oder auf einem Pflanzkartoffelfeld vor Ort eine Besichtigung vornehmen. Zu diesem Zeitpunkt kommen die Pflanzenmerkmale am besten zur Geltung. Achten Sie dabei insbesondere darauf, ob die Pflanzen gleichmäßig wachsen, die Blätter ausgebreitet und sattgrün sind, die Stängel kräftig sind und ob Anzeichen von Degeneration wie Blattrollung, Zwergwuchs oder Mosaikbefall vorliegen sowie darauf, ob an Blättern, Stängeln und Knollen Krankheitssymptome wie Früh- oder Spätfäule zu erkennen sind.

Schritt 2: Nach der Einlagerung die Leitbündel aufschneiden und prüfen.Nach der Anlieferung und Einlagerung ist zunächst zu prüfen, ob die Oberfläche der Charge glatt und unbeschädigt ist und ob Anzeichen für bodenbürtige Krankheiten wie Fäulnis, Trockenfäule oder Krankheitsflecken vorliegen. Anschließend werden die Knollen am hinteren Ende oder am Nabel mit einem Messer aufgeschnitten, um zu überprüfen, ob die Farbe der inneren Leitbündel normal ist.

Wenn die Leitbündel deutlich bräunlich oder schwarz verfärbt sind:Dies deutet darauf hin, dass sich im Inneren der Kartoffelstücke möglicherweise Viren angesammelt haben oder dass sie von Krankheitserregern befallen sind; ihre Qualität ist daher fraglich, weshalb beim Kauf Vorsicht geboten ist.

Wenn die Farbe der Leitbündel am hinteren und oberen Ende einheitlich ist und keine deutliche Bräunung aufweist:Dann lässt sich vorläufig feststellen, dass diese Kartoffel nur wenige Viren enthält, relativ gründlich von Viren befreit wurde und zu relativ gesundem, hochwertigem Pflanzgut gehört.

Hinweis:Die Identifizierung mit bloßem Auge ist schnell und praktisch, doch manche Viren verbergen sich im Gewebe und sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Für eine genaue Beurteilung sollte daher zusätzlich der vom Saatkartoffelhersteller bereitgestellte Virus-Testbericht herangezogen und eine umfassende Beurteilung vorgenommen werden, beispielsweise anhand von ELISA- oder PCR-Tests.

II. Warnbeispiel: Wie kam es zum “Kartoffelverrottungskeller”?

Viele Einkäufer stehen vor einem großen Problem: Kartoffeln verfaulen während der Lagerung großflächig, was umgangssprachlich als “Kellerfäule” bezeichnet wird. Ein wesentlicher Grund für das schnelle Verfaulen der Kartoffeln innerhalb kurzer Zeit ist oft, dass sie bereits zum Zeitpunkt des Ankaufs mit der Kartoffelfäule befallen waren.

Die Kraut- und Knollenfäule ist eine verheerende Krankheit, die durch den Erreger Phytophthora infestans verursacht wird. Wenn sich die Pflanzen in der späten Wachstumsphase im Feld mit dem Erreger infizieren, dringt dieser über Verletzungen und Spaltöffnungen in das Innere der Knollen ein. Bei der Einlagerung weisen solche befallenen Knollen jedoch keine offensichtlichen äußeren Symptome auf und können daher leicht übersehen werden. Sobald sie in Lagerräume mit hohen Temperaturen, hoher Luftfeuchtigkeit und schlechter Belüftung gelangen, vermehren sich die schlummernden Erreger rasch, was zu flächendeckendem Verfaulen der Kartoffelhaufen führt, wobei große Mengen an Flüssigkeit austreten und ein übler Geruch entsteht, was schließlich zu einem Totalverlust des gesamten Lagers führt.

Die wichtigste Erkenntnis, die Einkäufer aus diesem Fall gewinnen können, lässt sich in vier Zeichen zusammenfassen:Kranke Kartoffeln dürfen nicht eingelagert werden.Bei der Beschaffung muss unbedingt eine strenge Auswahl getroffen werden, wobei kranke, beschädigte und verfaulte Kartoffeln konsequent aussortiert werden müssen, um das Risiko von Krankheiten bereits an der Quelle zu beseitigen.

VI. Erforderliche Nachweise: Die Quarantänebescheinigung ist unverzichtbar

Ein letzter, aber ebenso wichtiger Punkt: Besorgen Sie sich ordnungsgemäße Quarantäne- und Qualitätszertifikate.

Zertifizierte Pflanzkartoffeln aus offiziellen Bezugsquellen sollten folgende Angaben enthalten:Unterlagen wie Pflanzengesundheitszeugnisse, Qualitätsprüfberichte für Pflanzkartoffeln sowie Informationen zur Sortenzulassung oder -registrierung. Diese Bescheinigungen und Berichte dienen nicht nur als Grundlage für die Einhaltung der Vorschriften, sondern sind auch wichtige Nachweise für die Durchsetzung von Ansprüchen nach dem Kauf. Kaufen Sie keinesfalls aus Sparsamkeit “drei-mal-keine”-Pflanzkartoffeln ohne Zertifizierung, ohne Quarantäne und ohne Herkunftsangabe, um das enorme Risiko einer Krankheitsübertragung und von Ertragseinbußen zu vermeiden.

Übersicht über die wichtigsten Punkte bei der Beschaffung

Zu beobachtende Kennzahlen Qualitätsstandards Punkte, bei denen Vorsicht geboten ist
Sorte Anbau entsprechend dem Bedarf, krankheitsresistent, ordnungsgemäß zugelassen Blindem Trendfolgern, Unverträglichkeit mit den örtlichen Gegebenheiten
Stufe Ur-Ur-Sorten und Ur-Sorten – je nach Bedarf auswählen Minderwertige Pflanzkartoffeln unbekannter Herkunft
Technische Daten 30–50 Gramm, einheitliche Größe Zu groß, zu klein, ungleichmäßig
Keimauge Prall und gleichmäßig, kurze, kräftige Triebe Übermäßiges Wachstum, graue Haare, abgestorbene und schwache Triebe
Pflanzkrankheiten Keine Krankheitsflecken, die Leitbündel sind nicht bräunlich verfärbt Morgen- und Abendfäule, Trocken- und Nassfäule, Schwarzfärbung der Leitbündel
Quarantäne Alle Unterlagen sind vollständig, die Berichte können eingesehen werden Ohne Zertifikat, ohne Quarantäne, ohne Herkunftsangabe

Schlusswort

Der Einkauf von Kartoffelpflanzgut ist keineswegs eine grobe Arbeit, bei der es ausreicht, “auf den ersten Blick zu prüfen”, sondern eine fachliche Tätigkeit, die ein scharfes Auge, geschickte Hände und einen klaren Überblick erfordert. Von der Auswahl der Sorte entsprechend dem Verwendungszweck über die Überprüfung der Größe, der Keimaulchen und der Krankheitsanzeichen bis hin zur Einholung des Pflanzenschutzzeugnisses – jeder einzelne Schritt hat Einfluss auf den endgültigen Ertrag und den wirtschaftlichen Erfolg.

Merkt euch diesen Satz:Der Kauf von Saatgut ist wie der Abschluss einer Versicherung: Die Qualität hängt von der Auswahl ab.Nur wenn man bereits bei der Auswahl an der Quelle die richtigen, besten und gesunden Pflanzen auswählt, lassen sich wirklich gleichmäßiges Keimen, kräftiges Wachstum, hohe Erträge und gute Qualität erzielen, sodass sich jede Investition konkret auszahlt.

COOPERATION · Kooperationsgespräche

Hochwertige Kartoffeln als Rohstoff
Werden Sie zum Teil Ihres ProduktsSelbstbewusstsein

Wir bieten Musterversand, maßgeschneiderte Produktionskapazitäten, OEM-Kooperationen und weltweite Logistikunterstützung an – ideal für Lebensmittelhersteller, Zutatenhändler, die Lieferkette der Gastronomie sowie Kunden im internationalen Handel.

×
Fragen? Chatten Sie mit uns.
Wir sind online
Mit Crisp chatten
WhatsApp
Live-Chat
WhatsApp